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1467 - 1500

1467 - 1500

1467

Johannes Slebusch wird Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Hermann Bose für die Katharinenkirche in Altena.

 

Das Jahr 1468 ist gezeichnet von Unwettern und Mißernten. Aus diesem Grunde verspricht Herzog Johann den Amtleuten im Süderland, keine weiteren Abgaben als den üblichen zu erheben, ausgenommen, wenn ein Herr des Herzogenhauses heiratet oder Ritter würde oder eine Tochter auszustatten sei oder wenn die ganze Grafschaft Mark eine besondere Abgabe beschlösse.

 

Johann erläßt 1470 in Hörde eine Dienstanweisung an die Rentmeister, weil die Renten schlecht verwaltet werden. Die Rentmeister sollen die Grutakzise (Abgabe auf Kräutermischungen zum Würzen des Bieres) die Mühlen, die Landzölle, das Wegegeld und die Heubeute nach der Kirmes an den Meistbietenden verpachten. An den Pachtungen darf nur das gemeine Volk Anteil haben, nicht aber die Rentmeister selbst, die Hofleute, Beamte, Drosten, Amtleute, Richter, Vögte und Fronherren.

Johann ruft im selben Jahr eine Bede (freiwillige Abgabe an das Herzogenhaus) aus, um seine Gefolgsleute aus der Geldrischen Fehde zu entschädigen.
Der Herzog versichert „unse lieve stadt Altenae“, daß diese Bede die Privilegien, Rechte, Freiheiten und Gnaden, die Altena besitzt, nicht beeinträchtigen wird.

Ebenfalls 1470 erläßt er eine Amts- und Gerichtsordnung für die Grafschaft Mark.

 

1471 ist Evert van der Mark Amtmann über Schloß und Amt Altena. Neben seinen bisherigen Pflichten soll er Schloß Altena mit 12 wehrhaften Mannen bewohnen, er eingeschlossen, darunter 2 Pförtner, 2 Turmhüter und 3 Wächter, die Kost und Wohnung auf dem Schloß erhalten.

 

Der Altenaer Rentmeister Jacob van Spedinghausen und der Iserlohner Bürgermeister Kurt van Ense gent. Varnhagen erhalten 1474 das alleinige Recht, im Amt Iserlohn Eisenstein zu suchen, zu graben und zu verhütten, wovon Herzog Johann wie üblich den Zehnten erhält.

 

Evert van der Mark löst 1477 die bisher üblichen Hand- und Spanndienste der Untertanen im Amt Altena gegen eine jährliche Abgabe von 60 Gulden und 60 Malter Hafer ab.

 

Herzog Johann I. stirbt 1481.

 

Sein ältester Sohn Herzog Johann II. (der Fromme) von Kleve (1481 – 1521) erbt das Herzogtum. Dieser erhält den Beinahmen „der Kindermacher“ wegen seiner 63 unehelichen Kinder.

Johann II. von Kleve, Darstellung aus dem 17. Jahrhundert, Bild gemeinfrei

In einer Fehde überfällt Erzbischof Hermann von Köln mit den Kölnischen Untertanen zwischen 1481 und 1483 die Ämter Altena und Schwarzenberg. Aus der Freiheit Altena werden Willeken Stoltefaut, Pastor Johan Slebusch, Gerwin Groeten und Johan Smedekens überfallen und beraubt, im Kelleramt werden die Güter Finkingsen, Nettenscheid und Dresel geplündert und gebrandschatzt. Der Pastor wird von Coirt Hoetecken gefangen genommen, geschlagen und als Geisel nach Meschede gebracht, kann aber fliehen.
Ebenso ergeht es Johan Smedekens, der ins Stift von Köln gebracht wird, aber auch fliehen kann. Gerwin Groeten wird gefangen genommen und seine Armbrust und Gerätschaften mitgenommen.

Erwähnung findet auch eine Marienkapelle vor der Burg Altena.

 

Im Märkischen Aufgebot des Herzogs im Jahre 1482 gegen Maximilian von Österreich und Bischof David von Utrecht müssen Altena und Plettenberg jeweils 12 Fußsoldaten entsenden. Diese erhalten täglich 2 Stüber Sold, die Ritterschaft 3 Stüber.

 

Goswin Stecke wird 1484 Amtmann über Schloß und Amt Altena.

 

Bereits 1487 kündigt Goswin Stecke sein Amt in Altena, sein Bruder Dirk wird sein Nachfolger. Diesem wird aber bereits 1489 dieses Amt ohne Angabe von Gründen durch den Herzog gekündigt. Hermann von Dungelen wird dafür 1490 eingesetzt. Auch er soll das Schloß Altena wie seine Vorgänger besetzen.

 

Johann Strater wird 1491 zum Landschreiber in den Ämtern Altena und Neuenrade und der Vest Lüdenscheid ernannt. Er soll durch die Kirchspiele reiten und Fälle von unehelicher Geburt, Totschlag und Gewalttätigkeiten aufschreiben und den Amtleuten und Richtern melden. Alle Brüchten (Strafgelder) müssen in seiner Gegenwart eingefordert werden.

 

Die Altenaer Bürger Bürgermeister Hermen Wyneke, Johan Schröder, Aleff Moylner, Tomas Vogel und Jasper Hendelen schließen 1493 mit dem Rat und der ganzen Freiheit Altena einen Vertrag, daß sie vier Jahre lang den gesamten Draht, der in Altena gefertigt wird, aufkaufen, womit das älteste Drahthandelsmonopol geschaffen wird.

 

In einem ganz anderen Teil der Welt entdeckt Christoph Kolumbus in diesem Jahr Amerika.

Theodor de Bry: Die Landung des Columbus 1492, Kupferstich aus dem Jahr 1594; Bild gemeinfrei

 

1496 wird Johann von dem Neuenhof gent. von der Leyen zum Amtmann über Schloß und Amt Altena ernannt.

Herzog Johann bestätigt der Freiheit Altena nochmals alle ihre Rechte, Freiheiten und Privilegien.

 

Um 1500 erhält Altena eine Drahtordnung, wonach von den Schmieden, Bank- und Kleinzögern jährlich 2 Verordnete (Besichtiger, Klovemeister) ausgewählt werden, die die Güte und das Gewicht des Drahtes prüfen sollen. Es darf kein unbesichtigter Draht aus Altena verkauft werden.

 

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

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