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1501 - 1533

1501 - 1533

1501

Die klevesch-märkischen Städte verbünden sich gegen Herzog Johann, um ihn zu einer besseren Regierung zu zwingen.

 

Der Amtmann von Altena, Johann vom Neuenhoff, fordert 1502 den Gottschalk in der Rahmede auf, einen Satteldienst zu leisten. Gottschalk hat den herzoglichen Hof in der Mühlenrahmede gepachtet; weder er noch sein Vater Rutger sind bisher zu solchen Diensten herangezogen worden; Gottschalk beschwert sich beim Herzog über diese Aufforderung. Herzog Johann befiehlt dem Amtmann, von seiner Forderung zurückzutreten.

 

Bauarbeiten am Schloß und an der Mühle zu Altena werden 1503 durchgeführt; die Kosten hierfür trägt der Herzog aus Abgaben aus der Grafschaft Limburg

 

1505 verleiht Herzog Johann II. dem Amtmann von Altena, Hermann von Dungelen, die Ausübung der Jagd in den herzoglichen Wildbahnen.

 

1506 verpfändet er Schloß und Amt Altena an Adolph Quade. Aus Furcht vor Beschränkungen in ihren Privilegien bitten die Altenaer Bürger den Herzog, dem Amt Altena seine Freiheiten zu bestätigen. Dieser Bitte kommt Johann nach.

 

Drost Quade erläßt 1508 seinen Untertanen von Altena gegen jährliche Zahlung von 100 Gulden und 100 Malter Hafer sowie einer einmaligen Schenkung von 131 Gulden sämtliche Dienste mit Ausnahme der Heufuhr von Bredenbruch.

Die Zeit der Herzöge von Jülich, Berg und Kleve, Grafen von der Mark und von Ravensberg

Politische Erfolge kann Herzog Johann II. nicht erzielen, jedoch gelingt ihm durch geschickte Heiratspolitik, eine Eheverbindung zwischen seinem Sohn Johann III. (dem Friedfertigen) Herzog von Jülich, Berg und Kleve, Graf von der Mark und von Ravensberg (1521 – 1539), und der Tochter des letzten Herzogs von Jülich-Berg herzustellen, die zur Vereinigung der Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg führte. Johann III. wird mit sechs Jahren mit der 5-jährigen Maria von Jülich-Berg verlobt.

 

Die Grafschaft Mark wird 1510 als Folge des Ehevertrages an Johann III. übergeben.

Nach dem Tode von Wilhelm IV. von Jülich-Berg wird er zunächst Herzog von Jülich-Berg, hinzu kommen später das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark und Ravensberg. Des weiteren hat er mit dem Herzogtum Geldern, der Grafschaft Zutphen und die Herrschaft Ravenstein Anspruch auf weite Teile der späteren Niederlande.

Die Beamten und Untertanen der Mark werden von ihrem Treueid gegenüber Johann II. entbunden und auf den Sohn verpflichtet.

Johann III. von Kleve-Jülich-Berg; Bild gemeinfrei

 

1512 präsentiert Jungherzog Johann dem Pfarrer von Altena für die Barbara- und Margarethen-Kapelle auf dem Kettelsberg den kölnischen Priester Friedrich Hanneborgh als Nachfolger für den verstorbenen Priester Hermann Schroeder.

 

1517: In Wittenberg schlägt Martin Luther seine Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche. Die Reformation wird aber erst 1538 Auswirkungen auf Altena haben.

Martin Luther (aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1529) Bild gemeinfrei

 

Die Freiheit Altena wird 1518 durch Feuersbrunst vernichtet.

Im gleichen Jahr verbietet Johann die Abwanderung von Drahtziehern aus Altena, daß die Bürger Altenas nur dort und sonst nirgends das Drahthandwerk betreiben dürfen.

 

Herzog Johann nimmt 1522 in Hörde die Huldigung der Grafschaft Mark entgegen.

 

Um 1525 gibt es die ersten Kleinzögersbänke

 

1527 erhält die Freiheit Altena ein Akziseprivileg auf Wein, Bier und Malz, um mit den Einnahmen die Auswirkungen des großen Brandes 1518 zu mildern.

Im gleichen Jahr sollen die Altenaer durch Handdienste (heven ind bören) beim Ausbau der Burg helfen. Bürgermeister und Rat wenden sich durch den Drosten Wilhelm Quade an den Herzog und erwirken eine Verfügung, daß die Altenaer Bürgerschaft nicht zu diesen Arbeiten verpflichtet ist.

 

Im Jahr 1529 wird erstmals die spätere Burg Holtzbrinck als „Ellerhaus“ erwähnt.

Die Steuern für die Freiheit Altena werden mit 12 ½ Gulden veranschlagt, die der Erbschenk und Amtmann Wilhelm Quade für das Herzogenhaus einzieht.

Um diese Zeit bestimmt das älteste Statutenbuch der Freiheit Altena, daß jährlich auf Sonntag Quasimodogeniti (Erster Sonntag nach Ostern) der Rat und die Beamten neu gewählt werden. Vor dem Wahltag werden Beschwerden erledigt. Der Rat besteht aus 6 Bürgern und wählt mit dem alten Bürgermeister den neuen Bürgermeister, den Richter und den Freiheitsknecht. Am darauf folgenden Montag erfolgt die Vereidigung.

Der Rat setzt dreimal im Jahr die Preise für Bier, Brot, Butter und Käse fest. Der Freiheitsknecht überwacht die Einhaltung der Gewichte und Maße und das Verbot des Bäumefällens.

Den Bürgern wird das Bürgeraufgebot und der Bürgereid als Pflicht auferlegt.

Am 13. September nach der Kirmeß bricht in der Freiheit Altena eine schwere Krankheit, die „swetende süeckede“, aus. Der Rat verordnet zur Versöhnung Gottes Strafen gegen Unsitten beim Trinken, Fluchen, Störung des Gottesdienstes und Diebstahl.

 

Der Altenaer Drost Wilhelm Quade verpachtet 1530 die gräfliche Kornmühle im Mühlendorf im Auftrag seines Landesherrn Herzog Johann III. von Kleve auf 12 Jahre an den Altenaer Magistrat, der dafür jährlich 30 Malter Roggen an „das Haus Altena“ (gemeint ist das Schloß) als Pacht zu liefern hat. Reparaturen an der Mühle müssen die Altenaer selbst tragen, während der Herzog weiterhin die Mühlensteine liefert. Mit dieser Verpachtung beabsichtigt der Herzog, daß die Altenaer kein Brot mehr in Iserlohn kaufen müssen und „an dem Brot selbst ihre Nahrung haben können.“

 

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

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