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1601 - 1633

1601 - 1633

1602 kommt es zum Streit mit den Bürgern von Iserlohn, insbesondere dem Bürger Henrich von Oegge, der in Oberhemer eine neue Drahtrolle einrichtet. Die Altenaer berufen sich auf das herzogliche Privileg, daß im Land der Mark keine neuen Drahtrollen gebaut werden sollen. Sie fordern „die von Iserlohn“ auf, den Oegge nachdrücklich abzumahnen. Die Iserlohner erklären sich für nicht zuständig, und der Streit zieht sich über mehrere Jahre hin, bis Herzog Johann Wilhelm dem Drost Dietrich Ovelacker gebietet, diese Privilegien zu schützen.

Die neuen Rollen werden durch Einschlagen der Wellenhäupter zerstört und den Besitzern Stephan Lobke und Bernhard Sasse wird bei hoher Strafe die Weiterarbeit verboten. Diese beschweren sich, weil Iserlohn schon seit mehr als 200 Jahren, also viel eher als Altena, Drahtrollen gehabt hat und bitten den Drost, die Angelegenheit zu ihren Gunsten zu ordnen.
Sie lassen eigenmächtig die Drahtrollen wieder herstellen und arbeiten weiter.
Es werden sogar noch weitere Rollen eingerichtet.
Dem Drost Ovelacker wird 1607 von den Kleveschen Räten auferlegt, einen Vergleich zwischen Altena und Iserlohn herbeizuführen.
Ovelacker befiehlt aber, die Wellenhäupter der betreffenden Rollen nochmals ausbauen zu lassen und die Weiterarbeit bei 75 Gulden zu verbieten. Gehorchen die Eigentümer dann immer noch nicht, will er sie in Eisen schlagen.
Schon bald richten sich die Beschwerden der Altenaer auch gegen die Lüdenscheider, die die Drahtzieherfertigkeiten unbefugt weitergeben, und gegen den Bau eines Hammers in Heppingsen.
Durch die neuen Rollen und Hämmer wird die Holzkohle immer knapper, und die Altenaer sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

 

Der Magistrat von Altena läßt 1608 das Holzschlagen in fürstlichen und anderen umliegenden Marken verbieten.

 

1609 verstirbt Johann Wilhelm kinderlos und in geistiger Umnachtung. Sein Erbe sollte eigentlich entgegen kaiserlichem Verbot seine älteste Schwester Marie Eleonore antreten. Der Kaiser läßt eine Ausnahme zu, aber Marie Eleonore stirbt noch vor Johann Wilhelm.

Weil sich der Erbfall durch krankheitsbedingte Kinderlosigkeit Johann Wilhelms schon lange angekündigt hatte, erfolgten die Heiraten seiner Schwestern nach politischen und konfessionellen Gesichtspunkten.

Beim Tode Johann Wilhelms erheben acht verwandtschaftliche Linien Anspruch auf die Herzogtümer. Es kommt zum Erbfolgestreit, den nach militärischem Eingriff der Schwiegersohn von Marie Eleonore, Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg (1609 – 1619) aus dem Hause Hohenzollern gemeinsam mit Graf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg für sich entscheiden kann.

Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg, um 1610; gemeinfrei

 

1612 streiten sich Lutheraner und Reformierte in Altena um den größeren Einfluß und um die Kirche. Der Streit hält bis 1624 an.


Ab 1614 übt Johann Sigismund die Herrschaft gleichberechtigt mit dem Pfalzgrafen aus.Tatsächlich herrscht er nur in Kleve, Mark und Ravensberg.

1615 läßt Johann Sigismund die Burg Altena von einer brandenburgischen Garnison besetzen.

Diese politischen und konfessionellen Machtkämpfe sind bereits Vorboten des 30-jährigen Krieges, der 1618 beginnt.

Die Zeit der Kurfürsten von Brandenburg

Als sein Vater Johann Sigismund 1619 im Sterben liegt, übernimmt Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg (1619 – 1640) die Regierung des Kurfürstentums Brandenburg und des Herzogtums Preußen. Georg Wilhelm verfügt bereits über Regierungserfahrung, da ihn sein Vater für fünf Jahre als Statthalter in Kleve eingesetzt hatte.

Ausschnitt aus dem Doppelbildnis mit seiner Gemahlin Elisabeth Charlotte; 1635; gemeinfrei

 

1622 besetzen spanische Söldner unter General Cordoba Altena und die Burg.

 

Im Jahr 1626 wird die Lateinschule (später Gymnasium) gegründet.

 

Seit 1632 können die Vorstände und Scheffen der Schützengesellschaft zu Altena namentlich belegt werden.

Außerdem wird der Zweck des Schützenkapitals festgeschrieben. Die Schützen haben Einnahmen durch Zinskredite, Mitgliedsbeiträge, die Verpachtung des Bungern, Vermietung von Tischen und Bänken sowie Brüchten (Brüchte, auch Brüchten oder Brüchtengeld, waren im Mittelalter und der frühen Neuzeit von der niederen Gerichtsbarkeit für kleinere Vergehen verhängte Strafgelder oder Naturalabgaben.

 

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

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