Noch 1074 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Adler


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

4. Daten und Fakten zum Schützenadler

5. Der preußische Adler in der FWG

6. Weitere Links zu diesem Thema

 

 


zu 1.: Allgemein

Die Bezeichnung "Adler" ist im deutschen Sprachraum eine umgangssprachliche Bezeichnung für große, beeindruckende Greifvögel.

In der Antike war ein Adler der Vogel des griechischen Göttervaters Zeus und – Zeus entsprechend – des obersten römischen Gottes Jupiter. Er war ein Symbol für Macht und Sieg.

In der Mythologie ist der Greif zu finden. Er hat ursprünglich den Rumpf und die Hinterläufe eines Löwen, den Schwanz einer Schlange, die Vorderläufe eines Drachen, das Haupt und die Schwingen eines Adlers sowie die Ohren eines Luchses. In späterer Zeit wurde er nur noch als Löwe mit Adlerhaupt, -schwingen und -vorderläufen sowie Luchsohren dargestellt.

Nach dem Löwen sind Adler die beliebtesten Wappentiere.

Die Bezeichnung Aar steht sowohl in der Heraldik als auch in der Poetik für Adler.

In der Ikongrafie ist ein Adler das Symboltier des Evangelisten Johannes.

Etliche indianische Ethnien verehren Adler als heilige Tiere. Die aus dem oberen Teil der Flügelknochen gefertigten Adlerknochenpfeifen waren Signal- und Zeremonialpfeifen, mit denen den Kriegern vor dem Kampf Mut gemacht werden sollte.

Quelle: www.wikipedia.de


zu 2.: Heute in Altena

Aufgrund seiner Optik wird der Schützenvogel in Altena umgangssprachlich häufig als "Adler" bezeichnet. Seit 1976 wird der Schützenadler von der Schreinerei Harte gebaut.


zu 3.: Geschichte

Wie bei allen Schützenvögeln ist die Form und Farbe traditionell festgelegt. Über die Hersteller der Zielobjekte ist jedoch wenig überliefert. Genauso verhält es sich mit Informationen über die Zeitwende, als von einem lebendigen Vogel zu einem hölzernen Aar gewechselt wurde.

Sicher ist, dass in Altena nicht immer auf einen Schützenvogel geschossen wurde. Im Jahre 1658 untersagte der Große Kurfürst das abergläubische Vogelschießen. Die Altenaer hielten sich aber nicht sofort und nicht durchgängig an dieses Verbot: Zwischen 1682 und 1869 wurde mal auf die Scheibe und mal auf den Vogel geschossen. 1722 wurde vermutlich sogar auf einen Drachen geschossen, der von Röttger Vogel angefertigt wurde.

Seit 1869 wird nur noch auf den Schützenvogel geschossen. Dieser wurde damals vom Polizeidiener Zoebe gefertigt. Die Arbeit blieb lange Familientradition: Wilhelm Zoebe (* 1876) war Schreiner bei VDM und baute bis 1953 den Adler nach alter Sitte. Er hatte die Kunst des Großvaters vom Vater übernommen. 1956 übernahm Schreinermeister Reuber, ebenfalls bei VDM beschäftigt, diese Aufgabe. Beide gehörten der Kompanie Rahmede an. Ab 1965 wurde Heinrich Künne bei VDM mit der Herstellung des Schützenvogels beauftragt.

Vielleicht hatte der Schreinermeister Heinrich Künne der Zeitung zu viele Details über den Schützenadler verraten? Vielleicht war der Vogel auch nicht aus dem richtigen Holz oder einfach nur zu flügge, da er nach dem Schützenfest verschwunden war? Vielleicht lag es aber auch an der Umstrukturierung der Firma VDM? Heinrich Künne jedenfalls baute 1973 seinen letzten Vogel. Einige der angesprochenen Anekdoten finden Sie in der Chronik 1973.

Ab 1976 wurde der Schützenadler von der Schreinerei Harte gebaut: Zunächst von Emil Harte, der die ehemalige VDM-Schreinerei übernommen hatte, später dann von Scheffe Jochen Harte. Dieser baute seinen letzten Schützenadler im Jahr 2018 zusammen mit seinem Nachfolger Björn Bohse-Plois.


zu 4.: Daten und Fakten zum Schützenadler

Adlerbauer Heinrich Künne verriet 1973 in der Westfälischen Rundschau einige Details seiner Arbeit:

(...) vom Schwanz bis zur Krone ist er 135 Zentimeter hoch, die Flügelspanne mißt 130 Zentimeter. Gewicht etwa 60 Pfund. Wenn die Kompanie Rahmede am 31. Juli den Adler begleitet, dann haben die Schützen sogar noch mehr zu tragen. Das Tragegestell wiegt nochmal rund 15 Pfund.

Der Körper des großen Tieres besteht aus abgelagertem Birkenholz. Die Waldarbeiter von VDM halten bei ihrer Arbeit Ausschau nach geeignetem Holz, so dass man es sehr lange ablagern kann. Seit einigen Jahren wird der Rumpf sogar mit zwei Millimeter starkem Stahlblech umgeben. Eine Maßnahme die nötig wurde, damit der Rumpf nicht so schnell zerberstet. Vor drei Jahren trafen ihn über 1000 Schuß und die Mitgliederzahl der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft ist weiter gestiegen. So muß man in diesem Jahr mit noch mehr Schuß rechnen.

Rumpf, Zepter, Krone und Apfel werden gedreht. Schwieriger ist es mit Kopf und Füßen. Sie müssen in Handarbeit gedrechselt werden. Bislang war das Arbeitsmaterial dafür Pappelholz, aber in diesem Jahr hat Heinrich Künne, der in der Schreinerei der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft arbeitet, Birkenholz genommen. Das ist zwar schwieriger zu verarbeiten, aber das Holz ist zäher. Flügel und Schwanz werden wie bisher aus Birkenholz angefertigt. (...)

 

Adlerbauer Jochen Harte verriet im Jahr 2000:

Jochen Harte verwendet immer noch die alten Vorlagen für den Adler. Dabei handelt es sich um flache Sperrholzschablonen, die als Vorlage für den hinterher viel voluminöseren Adler dienen. Ein gutes Stück Handarbeit ist erforderlich, um die Holzskulptur auch einigermaßen haltbar zu machen. Dabei wird von Schützenfest zu Schützenfest immer wieder an der Technik gefeilt. Harte: "Bei jedem Schützenfest haben wir dazugelernt." Das hänge auch mit der Beanspruchung zusammen. "Damals wurden 1100 Schuss abgegeben, heute sind es 1700 Schuss." Auch sind die Zeiten vorbei, als der Adler aus einer Birkenwurzel hergestellt wurde. "Es ist heutzutage eben problematisch, gescheites Holz zu bekommen." So entsteht der Aar eben aus schichtverleimtem Holz. Die Feinarbeiten seien dabei auch eine schöne Arbeit für einen Lehrling, vor allem, was die Ausarbeitung der Arme anbelange. Hier und da geht es auch mal schief. Harte zeigt auf die für den Laien kaum sichtbaren offenen Fugen des verunglückten Adlerkopfes. "Da hat der Leim wohl Frost gekriegt." Wie dem auch sei: Am Ende stecken inklusive Mehrfachlackierung "gut 50-60 Stunden Arbeit" in einem Schützenadler. Sehr viel weniger Zeit benötigen die Schützen, um den Adler zu zerlegen.


zu 5.: Der preußische Adler in der FWG

Seit der Selbstkrönung durch König Friedrich I. von Preußen im Jahre 1701 bis zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 durch Kaiser Wilhelm I. von Preußen gehörte Altena zum preußischen Staat. Das Wappentier von Preußen war der Adler.

Noch heute begegnet man dem "Preußischen Adler" beim Altenaer Schützenfest. In der Kompanie Freiheit und der Kompanie Rahmede findet man ihn z.B. als Straßenschmuck. Außerdem thront er traditionell als Logo über der Festordnung.

Er erinnert an viele liebgewordene Traditionen unserer Schützengesellschaft, die insbesondere ab dem Jahr 1869 eingeführt wurden.

 


zu 6.: Weitere Links zu diesem Thema

- Adlerabend

- Adlergeleit

Schießstand

- Vogelschießen

- Vogelwiese


Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto: Kompanie Rahmede / 2012