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Schützenlexikon

Bahnhofstraße

Altena und die spätere Bahnhofstraße um 1840

Innerhalb der FWG hat die Kompanie Kelleramt – Zug IV seine Heimat an der Bahnhofstraße.

 

Die Bahnhofstraße befindet sich zwischen der Lenne und dem Tiergarten. Sie erstreckt sich von der Fritz-Berg-Brücke bis zum Selvekreisel.

Diese Bereich des Lenneufers ist von alters her besiedelt.

Hier führten die historischen Wege über den Tiergarten oder die Brachtenbecke u.a. nach Lüdenscheid. Später entstand hier eine Provinzialstraße, die heute als Bundesstraße 236 bezeichnet wird.

 

Ab 1851 wurde unter Leitung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft die Ruhr-Sieg-Strecke gebaut und 1861 eingeweiht.

 

In Altena entstand ein Bahnhof und der davorliegende Weg erhielt den Namen Bahnhofstraße. Das gesamte Gebiet um den Bahnhof herum veränderte sich in dieser Zeit rasant. Es entstand ein Lokschuppen mit Wasserspeichern, ein Güterbahnhof, Speditionen mit Pferdwagen, Gasthöfe und Hotels siedelten sich an. In Altena produzierte Waren, insbesondere Drahtwaren, fanden von hier aus ihren Weg durch ganz Deutschland und um die ganze Welt.

 

1887 siedelte sich die Kreis-Altenaer-Eisenbahn mit ihrer sogenannten Kleinbahn „Schnurre“ an der Bahnhofstraße an. Sie nahm ihren Ausgang am Bahnhof und führte zunächst 14 Kilometer talaufwärts bis zum KAE-Bahnhof in Lüdenscheid. So konnten die Firmen in der Rahmede an das öffentliche Schienennetz angeschlossen werden. Da sich ein Großteil des KAE-Schienennetzes auf den öffentlichen Straßen befand, führte dies in den 60iger Jahren mit dem steigenden Individualverkehr durch Personen- und Lastkraftwagen, oft zu einem Verkehrschaos auf der Bahnhofstraße.

Weitere Informationen zur KAE finden Sie unter dem Stichwort „Carl“.

 

 

Mit dem steigenden Individualverkehr wurde die Bedeutung der Bahnanbindung und der Speditionen an der Bahnhofstraße immer geringer. Für die Vielzahl der Hotels und Gaststätten brachen schwere Zeiten an und das Bild der Bahnhofstraße änderte sich erneut. Die Bahn gab den Bahnhof 1999 auf und nutzt seitdem nur noch den Bahnsteig als Haltepunkt. Das Bahnhofsgebäude wurde 2005 privatisiert. Dort und in den umliegenden Wohn- und Geschäftshäusern gibt es auch heute noch zahlreiche Gewerbetreibende wie Nahversorger und Dienstleister.

 

 

Im Jahr 2015 startete Die Bahn endlich ihre Modernisierungsoffensive am Haltepunkt in Altena. Der Bahnsteig und die Unterführung wurden grundlegend saniert.

Bahnhofstraße 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Rande notiert

1950 und 1953 versammelten sich die Altenaer Schützen zum Auftakt des Kommersabend an der Bahnhofstraße. Der Straßenverkehr war damals noch nicht so stark wie heute, aber das Foto zeigt deutlich, dass allein durch die große Anzahl von Schützen der Verkehr erschwert wurde. Vor dem Antreten traf sich der Vorstand zum Kaffeetrinken in der nahegelegenen Gaststätte "Märkischer Hof". Gemeinsam mit den fünf Kompanien marschierte sie dann zum Festauftakt durch die Altenaer Innenstadt und ihre Stadtteile. Der Weg führte in den Anfangsjahren dabei auch über die Gerichtstraße, dann über die "Große Brücke" in das Mühlendorf. Hier wurde der Marsch dann zum Dämmerschoppen am Kölschen Joe unterbrochen. Weiter ging des durch die Neustadt, das Iserlohner Tor und die Nette hinauf bis zur Klusenstraße. Von dort marschierte der Festzug über die Burg bis zum Bungern. Seit 1959 treten die Schützen zum Festauftakt auf dem Linscheidplatz an.

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1: Stahlstich nach Zeichnung von Carl Schlickum (Hagen)

Foto 2+4: Altenaer Kreisblatt / ca. 1887 + 1976

Foto 3: Heinrich Winner / 1908

Foto 5: Klimpel / 2012

Foto 6: Buch "Eine Dokumentation im Bild" von Friedr. Römer / 1978