Noch 190 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Brüchtemeister

Mit der Zeit und vor allem im Zuge der Aufklärung, verschwanden viele Bräuche, die nicht mehr als zeitgemäß angesehen wurden. Auch die Industrialisierung verdrängte manche Bräuche, diese sollen aber trotzdem kurz dargestellt werden.

 

Das Brüchtegeding gab es bis Ende des 18. Jahrhunderts weitestgehend überall. Es war ein Sittengericht, das jeden Schützen nach dem Schützenfest zur Verantwortung zog, sobald er sich nicht den Ordnungen gemäß verhalten hatte. Bestraft wurden Sachverhalte wie falsches Marschieren, Unpünktlichkeit, Verschwendung und vieles mehr.

 

Die Strafen reichten von kleinen Diensten wie Bewirtung beim nächsten Fest über Geldstrafen bis zum Ausschluss. Es ist erkennbar, dass militärische Züge schon immer die Struktur der Schützengilden ausmachten.

Für das Brüchtengeding gab es einen Brüchtemeister und sogenannte Berater oder Scheffen. Diese wurden alle am Tag Exaudi, dem Sonntag vor Pfingsten, gewählt.

 

Der Brüchtemeister zählte sowohl die Kasse der Gesellschaft als auch das Eintreiben von Schulden und das Abhalten des Brüchtengeding zu seinen Aufgaben. Bis ins 19. Jahrhundert kamen diese hohen Positionen den großen Männern der Stadt zu. Bürgermeister, Ratsmitglieder oder Mitglieder aus Richterfamilien wurden besonders gern gewählt.

Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010

 

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de