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Schützenlexikon

Carl - Die Lok

Die Lokomotive Carl findest Du zusammen mit dem Selvebogen im Logo der Kompanie Kelleramt. Daher hier ein paar Infos dazu:

 

Im Volksmund wurde die Kleinbahn auch als Schnurre bezeichnet.

Carl war eine Lokomotive der Kreis Altenaer Eisenbahn AG (KAE), die am 21. Juli 1886 als Kreis Altenaer Schmalspur-Eisenbahn-AG gegründet wurde um am 1. Juni 1922 in KAE umbenannt wurde. Die Gesellschaft ist am 31. Januar 1976 erloschen.

Für ihre umfangreichen Beförderungsaufgaben im Personen- und Güterverkehr besaß die KAE einen entsprechenden Bestand an Dampflokomotiven und Eisenbahnwagen. Die Anzahl der Triebfahrzeuge betrug bei der Gründung des Unternehmens neun Lokomotiven und steigerte sich später auf 15. Bedingt durch die bei Lokomotiven üblichen Fluktuation besaß das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte insgesamt 26 Dampflokomotiven.

 

Die Lokomotiven Nummer 1 bis 19 trugen männliche Vornamen; ein Umstand der sie besonders populär machte.

Der erste Teil des 41 Kilometer langen Netzes entstand in den Jahren 1887/88. Vom Bahnhofsvorplatz in Altena im Lennetal, wo der Anschluss zu der 1860/61 von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft erbauten Ruhr-Sieg-Strecke hergestellt wurde, nahm ab 1. Oktober 1887 die „Rahmedetalbahn“ ihren Ausgang und führte 14 Kilometer talaufwärts bis zum KAE-Bahnhof in Lüdenscheid. Im Zuge dieser Strecke wurde in Altena ein kurzer Eisenbahntunnel mit 55 m Länge erbaut, der noch vorhanden ist und heute als Garage genutzt wird.

 

Die Stilllegung der Strecke erfolgte für den Güterverkehr am 14. Februar 1961 und für den Personenverkehr am 28. Mai 1961.

Quelle: www.wikipedia.de / 2014

 


Rechtsnachfolger

Aus der KAE entstand die Kraftverkehr Mark-Sauerland GmbH , aus der schließlich die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) wurde.

 

Was wurde aus Carl?

Die Lokomotiven und Wagen wurden verkauft. Lediglich die Lok "Carl" verblieb als Erinnerungsstück in Altena. Zunächst stand sie gegenüber dem Tunnel in Städtisch-Rahmede und ab 1965 fand sie ihren Platz an der Bahnhofstraße. Im November 2016 wurde die Lok schließlich von der Stadt Altena für 100.000 EUR an den Niederländer Wim Pater verkauft. Der Eisenbahnliebhaber möchte "Carl" wieder unter Dampf setzen und auf die Schiene stellen. Zur Erinnerung soll in Altena ein Nachbau von "Carl" im ehemaligen KAE-Tunnel an der Lüdenscheider Straße aufgestellt werden.


Und die Schienen auf der andere Lenneseite?

Neben dem Schienennetz der KAE von Altena nach Lüdenscheid und der Ruhr-Sieg-Strecke der Deutschen Bahn (DB) gab es noch ein Schienennetz der Iserlohner Kreisbahn in Altena. Es handelte sich dabei um die „Elektrische Kleinbahn“ Westig - Ihmert - Altena - Dahle.

Ab dem 30. Juni 1917 wurde Evingsen von Hemer aus angefahren. Am 05. November 1918 reichte das Schienennetz bis „Pleuger“ und bis zum 04. Dezember 1919 bis zur Netter Schule. 1920 / 1921 erfolgte dann der Anschluss von Pleuger über Fuleck nach Dahle. Im Dezember 1926 wurde schließlich der Schienenstrang von der Netter Schule bis zum Markaner gebaut und am 04. März 1927 erfolgte der Anschluss an den Altenaer Güterbahnhof. Dafür wurde an der Linscheidstraße eine Brücke über die Lenne gebaut.

Am 01. Juli 1956 wurde der Personenverkehr in Altena eingestellt und am 15. Dezember 1964 auch der Güterverkehr. Die Iserlohner Kleinbahn ging später, wie die KAE, in die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) über.

Auf dem Schienennetz der Iserlohner Kreisbahn fuhren schmalspurige Elektrolokomotiven. Die Lokomotiven im Güterverkehr erhielten den liebvollen Spitznamen „Dicke Berta“.

 

 

 


„Unser Carl“ verkehrte jedoch ausschließlich auf dem Schienennetz der KAE auf der gegenüberliegenden, linken Lenneseite.

Nebenbei: Beim Schützenfest 1889 setzte die KAE Personensonderzüge zwischen Lüdenscheid und Altena ein. An der Lüdenscheider Straße wurde eine Sonderhaltestelle für die Festbesucher eingerichtet.

 

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Fotos aus der Sammlung von Gerhard Piepenstock.