Noch 188 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Festabzeichen

Das Festabzeichen ist eine Fortentwicklung des Schützenzeichens und ergänzt es seit seiner Einführung.

Die Tradition des Schützenzeichens ist schon in der ältesten erhaltenen Schützenordnung aus dem Jahre 1429 überliefert. Dort ist festgehalten, dass jeder Schütze ein Schützenzeichen erhalte. Dieses Zeichen bestand aus dem eisernen Schriftzug "Altena".Die Schützen hatten vor jedem Fest einen Obolus zu entrichten und erhielten dafür dieses Zeichen. Nur die Träger des Schützenzeichens waren zum Schützenfest und der üppigen Zehrung zugelassen.

Nach dem Fest musste das Zeichen an die Scheffen zurückgegeben werden.
Nun kann man sich leicht vorstellen, dass es nicht jeder mit der Rückgabe des Schützenzeichens so erst nahm.

 

Vermutlich um den Kontrollzweck zu bewahren, um Verluste abzufangen oder auch der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurden im Laufe der Geschichte öfter neue Schützenabzeichen aufgelegt. Dabei wurde das Design immer wieder leicht verändert, Elemente wurden hinzugefügt und wieder ausgetauscht.

Irgendwann begann man dem Schützenzeichen die Jahreszahl beizufügen. Das älteste, auf Fotos vorliegende Schützenzeichen mit Jahreszahl stammt aus dem Jahre 1837.

 

Ab 1869 wurde dem Schützenzeichen das Stadtwappen hinzugefügt. Die Altenaer Schützen halten es seitdem für perfekt und es wurde seitdem nicht mehr wesentlich verändert, sondern lediglich (bis in die 1960iger Jahre) die Jahreszahl ausgetauscht.

 

1886 wurden die heutigen grünen Schützenmützen eingeführt und man beschloss, dass das Schützenzeichen an der Stirnseite der Mütze zu tragen sei. Seitdem bilden Abzeichen und Mütze eine Einheit.

 

Das Problem

Da das Design des Schützenzeichens nun nur noch um die Jahreszahl variierte und an der Mütze festgenäht war, verlor das Schützenzeichen seine Kontrollwirkung: Auf den ersten Blick war nun nicht mehr erkennbar ob ein Schütze seinen Jahresbeitrag geleistet hatte oder er sich mit einem alten Abzeichen den Zutritt auf das Festgelände erschlich. Ein regelmäßiger Austausch des Schützenzeichen hingegen, konnte der Lebensdauer der Mütze auf lange Zeit nicht förderlich sein.

 

Um Abhilfe zu schaffen wurden offenbar in dieser Zeit die ersten Festabzeichen eingeführt:

Ein erster Vorläufer der Festabzeichen stammt aus dem Jahre 1909. Im Bungernhaus findet man ein Exemplar von 1937.

Bei der Neugründung der FWG im Jahre 1950 beschloss der Vorstand der FWG daher, das Verfahren zu ändern ohne mit der Tradition zu brechen.

 

So wurde neben dem Schützenzeichen ein Festzeichen eingeführt, dass in der Festschrift 1950 als "Kontroll- und Mützenabzeichen" bezeichnet wurde. Es hatte das gleiche Design, wie das Zeichen von 1937. Ab 1953 taucht für dieses Abzeichen in den Festschriften dann dauerhaft der Begriff "Festabzeichen" auf.

 

 

Seitdem entrichtet der Schütze im Festjahr neben seinem Jahresbeitrag auch einen Beitrag für das Festabzeichen.

Das Festabzeichen ist neben der Schützenmarke also der Nachweis, dass der Träger den Jahresbeitrag bezahlt hat. Gemeinsam mit der Schützenmarke berechtigt dieses zum Eintritt ins Festzelt und gilt quasi als "Eintrittskarte".

 

Ob das Festabzeichen an der Mütze oder der Kleidung getragen wird, obliegt jedem Schützen selbst. Meist wird das Festabzeichen mittels einer Nadel mittig auf der Mütze, oberhalb des Schützenzeichens, getragen. Erfahrene Schützen raten dazu das Festabzeichen zusätzlich an der Mütze festzunähen um es beim Feiern nicht zu verlieren.

 


Das Festzeichen darf nach dem Schützenfest behalten werden. Manche Schützen sammeln an ihrer Mütze auch die Festabzeichen der vergangenen Jahre.

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Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Bild 1+2: FWG

Foto 3-6: Christian Klimpel / 2016

Foto 7: Ina Hornemann / 2012

Foto 8: Christian Klimpel / 2016