Noch 194 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Festzelt

Das erste überlieferte Schützenzelt wurde 1833 im Bungern errichtet. Zuvor feierten die Schützen nach dem Vogelschießen dezentral in verschiedenen Gaststätten in der Stadt.

Das Zelt von 1833 schien auch nicht den Geschmack der Schützen getroffen zu haben, den bereits beim nächsten Fest (1837) wurde kein Zelt mehr aufgebaut.

Dies änderte sich jedoch mit dem Schützenfest 1863. Damals entschied man sich erstmal das Fest größer aufzuziehen und in einem Festzelt am Linscheid zu feiern. 1200-1500 Besucher wurden bei diesem Fest gezählt und füllten das Zelt bis auf den letzten Platz. Seitdem ist das Festzelt beim Altenaer Schützenfest nicht mehr wegzudenken.

 

Immer wieder berichteten auch die Lokalzeitungen über das Festzelt und die Bewirtung:

1950: Das Festzelt steht am linken Lenneufer auf dem Langen Kamp; Es ist 128 x 20 m groß (2.560 qm); aber es ist zu klein für alle Besucher.

1956: Das Festzelt fasst 3.000 Besucher.

1965: Das Festzelt ist 150m lang und 25m breit (3.750 qm). Somit bietet es Platz für 4000 Personen. Das Zelt wird von 20 Personen an sieben Tagen aufgebaut. 150 Servicekräfte sind im Festzelt beschäftigt.

1970: Ist das Festzelt 3500 qm groß.

1973: Das Festzelt hat 140m Länge und 24m Breite (3.360 qm). In der Mitte macht Zelt einen Knick parallel zur Lenne um den Schaustellern möglichst viel Platz zu lassen. Zwei Tanzflächen werden eingerichtet und die Musikpodien soweit voneinander entfernt, dass sich die Musik nicht gegenseitig stört.

1976: Das Festzelt ist bei 160 m Länge und 24 m Breite etwa 3.500qm groß. Festwirt ist W. Pieper aus Hamm. Der Zeltwirt setzt ca. 250 Hektoliter Bier um.

 

1979: Zum ersten Mal steht das Festzelt auf dem „neuen“ Langen Kamp am rechten Lenneufer: Das Festzelt besteht aus Haupt- und Nebenzelt und hat insgesamt 3.100qm

1982: Das Festzelt besteht aus Haupt- und Nebenzelt und hat insg. 3.000qm Fläche

1985: Das Festzelt hat eine Grundfläche von 3.000qm. Erstmal übernimmt die Firma Kühling aus Vechta die Zeltbewirtung

1988: Das Festzelt ist 3.000qm groß und fasst 5.000 Personen

1991: Beim Schützenfest werden 25.000 Liter Bier getrunken. 2360 Gläser gehen zu Bruch

1994: Das Festzelt ist 250qm größer als beim letzten Fest – und (laut Zeitung) wieder mal größer als je zuvor. 75 Meter Biertheke sind im Zelt aufgebaut. 290 Musiker spielen insgesamt über 3500 Stunden Marsch- und Tanzmusik

1997: Das Festzelt hat 3000qm. Die Biertheken sind insgesamt 75 Meter lang

2000: Das Festzelt hat eine Fläche von 3000qm und fasst damit 7000 Personen an 3000 Bierzeltgarnituren. Das Zelt wird von 15 Männern mit drei Kranwagen errichtet. 11000 Gläser können im Festzelt an 7 Biertheken mit 22 Zapfstellen gefüllt werden. Hinter den Theken arbeiten in Spitzenzeiten 40 Leute, dazu kommen bis zu 80 Kellner/innen.

2006: Das Festzelt ist 30x100m groß (3.000 qm). Die Theken werden vom Zeltwirt Kühling an Subunternehmer verpachtet.

2009: Ein neues Festzelt, breiter und dafür kürzer, wird auf 3000qm aufgebaut. Erstmals finden Cocktailbars Einzug ins Festzelt. Ein 60-köpfiges Serviceteam unter Leitung von Arno Mählmann kümmert sich um die Theken. Er erwartet einen Bierverbauch von etwa 350 Fässern, das sind 17500 Liter, also 87500 Gläser

2015: Der Zelteingang wandert von der Lenneseite an die Giebelwand. Das doppelstöckige Festzelt vom Zeltverleih Kühling in Vechta hat eine Gesamtfläche von rund 3.600 qm und eine Höhe von 11,20 Metern. Aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes sucht man eine Lösung für die Raucher, die in Form eines doppelstöckigen Außenbereichs gefunden wird. Der 3000 Quadratmeter große Zeltbereich wird durch einen 600 Quadratmeter großen, meist überdachten, Außenbereich ergänzt. Der Außenbereich ist nicht nur für Raucher, sondern für jeden Gast. Das Zelt fasst täglich 5000 bis 6000 Gäste. Das Thekenpersonal besteht aus 100 Personen. Bedient wird an acht großen Thekeneinheiten. Eine davon liegt im Außenbereich. Zudem gibt es zwei große Cocktailbars. 20 Lautsprecherboxen sollen für die perfekte Sprachbeschallung sorgen.

 

Nadine Hampel schreibt in ihrem Buch "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall" / 2010:

Altena hatte, im Gegensatz zu den meisten anderen schützenfestfeiernden Städten, in seiner gesamten Geschichte noch nie eine Art Schützenhalle.

 

Es gibt natürlich große Säle, doch für ein Schützenfest sind diese ungeeignet. Daher musste schon früh eine andere Lösung gefunden werden, denn auf dem unbedachten Festplatz zu feiern stellte sich bald als problematisch dar.

Daher wurde ein Tanzzelt aufgestellt, in das sich die Schützen beispielsweise bei Regen flüchten konnten. Mit der steigenden Zahl der Schützen wurde auch das Zelt größer und bald darauf erhielt die Bierschänke Einzug ins Zelt.

Den Mittelpunkt des Treibens stellte also nun das Zelt dar und wie schon beschrieben fanden sich später auch Vorläufer einer Kirmes auf dem Festplatz vor dem Zelt ein.

 

Seit längerer Zeit schon ist das Zelt etwas Exklusives, Männer erhalten nur Zutritt als Mitglied des Schützenvereins oder gegen ein Eintrittsgeld, Frauen hingegen haben uneingeschränkten Zutritt.

Das Zelt schafft eine besondere Atmosphäre, es hat eine ganz andere Akustik als eine Halle und durch die Außergewöhnlichkeit eines überdimensionalen Zeltes wird das Fest zusätzlich zu etwas Besonderem. Zudem muss erwähnt werden, dass das heutige Festzelt Altenas aufgrund seiner besonderen Aufbauweise im Innenraum mit nur einer zentralen Bühne und dem Thron die Gemeinschaft fast erzwingt.

Quelle: Nadine Hampel; Das Schützenfest als kultureller Sonderfall; 2010

 

Infos zum Eintrittspreis:
Nur für Mitglieder der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft und Frauen ist der Eintritt ins Festzelt an allen Festtagen kostenlos.

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Autor: Christian Klimpel / 2017; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Fotos: Björn Braun www.lokalstimme.de / 2015