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Schützenlexikon

Hünengraben


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

4. Altenaer Sagenwelt

5. Zusatzinformation

 

 


zu 1.: Allgemein

Hünengraben ist eine geografische Bezeichnung in Altena. Diese Bezeichnung erinnert an den Begriff "Hünengrab".

Laut Wikipedia ist ein Hünengrab, auch Großsteingrab, eine Megalithanlage, die aus großen Steinen errichtet wurde. Die meisten Großsteingräber in Norddeutschland wurden in der späten Jungsteinzeit (Spätneolithikum) angelegt.

Die in Norddeutschland verbreitete volkstümliche Bezeichnung „Hünengrab“ ist abgeleitet von „Hüne“, was sich auf das mittelhochdeutsche „hiune“ und das niederdeutsche „hûne“ mit der Bedeutung „Riese“ zurückführen lässt. Noch im 17. Jahrhundert bestand auch im Schrifttum die verbreitete Ansicht, es handele sich hierbei um „Gräber für Riesen“.


zu 2.: Heute in Altena

Hünengraben ist ein Stadtteil von Altena und beschreibt den flachen Geländeabschnitt am Fuße des Lattenberges / Tiergarten, der dem gegenüberliegenden Wixberg am nächsten ist. Die Lenne fließt in einer Schleife zwischen Wixberg und Lattenberg um den Hünengraben herum. Dieser befindet sich heute unterhalb der B236 und ist über den Selvekreisel erreichbar.

Innerhalb der FWG gehört der Hünengraben zum Zug 2 der Kompanie Kelleramt.

Eine Megalithanlage hat es dort nie gegeben. Der Name dieses Stadtteils ist auf eine Sage zurückzuführen.


zu 3.: Geschichte

Im Freiheitsbrief legte Graf Engelbert III. 1367 legte die Grenzen der Freiheit Altena fest. So wird formuliert, dass die Freiheit so weit reicht, wie die Häuser um Altena gebaut sind „um die Burg herum und darin“. Mit dem Freiheitsbrief setzt er auch den Gerichtsbezirk für Altena fest, der innerhalb der Freiheit zwischen der (Steinernen) Brücke bis zum Linscheider Bach und bis zum Halse reichte. Der Hünengraben, Brachtenbecke, Knerling und Pragpaul lag also außerhalb der Freiheit und gehörte somit zum Kelleramt.

Die Vereinigung der Gemeinden Wiblingwerde und Kelleramt zur Großgemeinde Nachrodt-Wiblingwerde erfolgte 1907. Die beiden Gemeinden hatten zusammen 3.718 Einwohner.

1908 erfolgte die Eingemeindung der Ortsteile Knerling, Hünengraben, Pragpaul (teilweise) und des Restteils der Brachtenbecke nach Altena.

 

In dem Buch "Altena - Anekdoten und alte Bilder aus Stadt und Land" von Richard Althaus aus dem Jahre 1979 ist folgendes über den Hünengraben zu lesen:

Der Hünengraben in Altena "Eine Fabriqueanlage von Johann Casper Rumpe auf der Felsenhalbinsel". Die Anlage bestand aus je einer Schleif- und Schauermühle für Nähnadeln, einem Raffinierhammer, einem Eisenblechhammer, einer Fingerhutsmühle, Gießhäusern, Fabrikantenwohnungen, einer Faktorei und dem Belvedere mit englischem Garten und Springbrunnen. Das Wasser dazu wurde durch Druckpumpen 300 Fuß hochgedrückt, der Springbrunnen sprang auch noch 60 Fuß hoch. Zwei durch Felsen gesprengte Hauptkanäle lieferten das Wasser der Lenne für die Wasserräder bzw. Turbinen. Neben diesen Anlagen gab es dann noch etliche Nebengebäude und die notwendigen Remisen für den Fuhrpark.

Diese Anlage imponierte auch dem preußischen König (Friedrich-Wilhelm II.) bei seinem Besuch in Altena 1788. Vollendet wurde das Werk 1790.


zu 4.: Altenaer Sagenwelt

Aus der Altenaer Sagenwelt ist folgende Geschichte überliefert:

Es war zu der Zeit, als noch Riesen das Lennetal bewohnten, da lebte einer von ganz ungewöhnlicher Größe in der Nähe von Altena.

Er war so groß, dass er den einen Fuß auf den Tiergarten, den anderen auf den gegenüberliegenden Wixberg setzte, um sich dann zu bücken und sich in der Lenne zu waschen. Dabei gruben sich seine Hände tief in das Flussbett.

An diesem Ort hielt er sich gerne auf und als er gestorben war, begruben ihn seine Freunde am Fuße des Tiergartens.
Durch das Grab wurde aber die Lenne aus ihrem Bett gedrängt und musste ihren neuen Lauf um das Grab herum nehmen.

Daher hat heute noch der gegen den Wixberg vorspringende Bergrücken den Namen „Hünengrab“. In der heutigen Sprachweise ist daraus das gebräuchliche Wort „Hünengraben“ geworden.

Quelle: Gerd Klimpel; http://www.klimpelsjunge.jimdo.com/ 2014

Die Lenne ist an dieser Stelle tatsächlich erstaunlich tief, als wäre mit Riesenhänden darin gegraben worden.


zu 5.: Zusatzinformation

Im Erlebnisaufzug zur Burg Altena werden Sagen aus Altena und der Umgebung vermittelt. Seit Dezember 2017 können sich Besucher an einer der Stationen mit dem Riesen vom Hünengraben fotografieren lassen.


Autor: Christian Klimpel / 2016; Mailto: christian.klimpel@gmx.de