Noch 254 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

König

Der Titel Schützenkönig stammt aus der Tradition des Bürgerschützenwesens. Zur Ermittlung eines neuen Schützenkönigs gibt es keine einheitlichen Regularien, sondern jeder Schützenverein legt diese selbst fest.

(Quelle: www.wikipedia.de)

 

Beim Schützenspiel 1652 wurde Adolph Möllers der Schützenkönig. Seitdem können wir alle Schützenkönige der Altenaer Schützengesellschaft benennen. Im Laufe der Geschichte gab es sogar mehrtägige Schützenfeste, bei denen zwei Schützenkönige ermittelt wurden. Eine Auflistung aller Schützenkönige finden Sie hier.

Spätestens seit der Neugründung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft im Jahre 1950 ranken sich viele Gerüchte und Vermutungen um das Adlerschießen. Vielleicht haben Sie auch schon eine der zahlreichen erfundenen oder wahren Geschichten gehört? Gerade diese Rätsel machen unser Adlerschießen so spannend und liebenswert. Sie bewegen die Schützengesellschaft um bei unserem Fest nahezu 2000 Schuß auf den Schützenvogel abzufeuern. Letztlich gilt:

Der Schütze, der den Adler von der Stange schießt, wird Schützenkönig!

 

Königin und Hofstaat

Im Jahr 1869 erwählte sich der König zum ersten Mal eine Königin. Die Beschreibung dieses Brauchs lautet „der beste Schütze und die schönste Jungfrau“.

Seitdem gehört es zum Fest dazu, dass es König, Königin und Hofstaat gibt und die Festlichkeiten durch Paraden, Stadtrundfahrten und Weiteres ausgebaut wurden.

 

 

 

Und nach seiner Amtszeit?

Der abtretende König wird automatisch Scheffe seiner Kompanie und rückt somit nach seiner Amtszeit in den erweiterten Vorstand der FWG.

 

Als Zeichen seiner Würde erhält der Schützenkönig der FWG neben der Königskette, die der König nur bei offiziellen Anlässen während seiner Amtszeit trägt, noch Geschenke bzw. Preise, die er auch noch nach seiner Amtszeit behalten und tragen darf:

- an seine Ehrenpforte eine weitere Krone aus goldenem Lackpapier

- einen Königsorden

- im Jahr nach dem Schützenfest erhält er beim Königinnen-Ball einen silbernen Pokal

 

 

Als ein Schütze aus Versehen König wurde

Eine schöne Anekdote erzählte Ehrenscheffe Lebrecht Knipping in der Schützenfestzeitung 2000:

 

„Jetzt kann man´s ja ruhig erzählen, ist schon alles verjährt.“ Lebrecht Knipping hat noch eine besondere Geschichte parat und zwar von dem König „der Versehen“ den Adler herunter holte und die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft in den 50-er Jahren ins Schleudern brachte.

Anno 1953 war es, da schoss ein gewisser Sichelschmidt den Vogel ab, „dabei war es doch der Lüling, der König werden sollte.“ Grund war die mangelnde Befestigung des Adlers, die hielt nicht und irgendwann fiel dann plötzlich der Vogel, erzählt Knipping. Was tun - der Mann hatte kein Geld und damals musste alles noch aus eigener Tasche bezahlt werden. „Ich war 1970 der letzte König, der ins eigene Portemonnaie griff.“

Gottseidank habe die Schützengesellschaft vorgesorgt und für den Fall des Falles vorher bei finanzkräftigen Unternehmern Bürgschaften eingeholt. Knipping: „Die mussten dann soviel bringen, wie ein König kostet.“ VDM und Pilling seinen unter anderem damals dann halt zur Kasse gebeten worden, denn unter die Bürgschaften hätten sie ihre rechtsgültigen Unterschriften gesetzt.

Mit dem sogenannten Fritz-Berg-Trick, sei es dann gelungen weiteres Geld locker zu machen. Fritz Berg habe sich seinerzeit an den Unternehmer Stromberg gewandt: „Und Deine Frau wird Königin.“ Da habe auch der Stromberg in die Tasche greifen müssen, denn, so Knipping, die habe dann die Hauptkosten tragen müssen. Bis zum Schluss habe man alles für den König gekauft. Lebrecht Knipping hat den Karabiner des Schützen als Andenken in seinem Wohnzimmer verwahrt.

Das ein Adler aus Versehen heruntergeholt wird und ein Schütze in Schwierigkeiten gerät, könne heute nicht mehr passieren, betont Knipping. Dafür sorge schon eine erheblich verbesserte Verankerung und außerdem könne jeder - auch derjenige mit dem kleinen Geldbeutel - König werden.

 

Übrigens:

Beim Schützenfest 1837 wurde der jüngste König in der Geschichte der FWG proklamiert; mit nur 18 Jahren. Nachdem das Schützenfest vorbei war, wurde festgelegt, dass ab sofort jeder König mindestens 24 Jahren alt sein sollte.

_________________________________________________________________

Autor: Christian Klimpel / 2017; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto: Schützenkönig Friedrich Wilhelm Hahn / 1965 von einem unbekannten Fotografen

 

Bemerkung: In dem Buch "Altena und seine Schützen" listet Wilhelm Simons auf Seite 180 die Schützenkönige auf. Adolph Möllers datiert er auf 1651. Seinen Aufzeichnungen auf Seite 31 ist jedoch zu entnehmen, dass der Schützenkönig 1651 unbekannt ist und der Schützenkönig 1652 Adolph Möllers war. Dies ergebe sich aus einem Protokoll von 1654.