Noch 8 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Märkischer Hof


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

4. Die Gaststätte und ihre Wirte

5. Das Haus und die Schützen

 

 


zu 1.: Allgemein

In Deutschland gibt es mehrere Hotels mit dem Namen "Märkischer Hof".

Der "Märkische Hof" in Altena ist eine ehemalige Gaststätte mit Hotel im ehemaligen Haus 310-317, später Bahnhofstraße 1. Es stand gegenüber der Bahnschrankenanlage an der Einmündung Bahnhofstraße / Lüdenscheider Straße / Große Brücke. Neben der Gaststätte befand sich zeitweise auch die Kneipe "Jedermanns Eck" in dem Gebäude.


zu 2.: Heute in Altena
Fritz-Berg-Brücke im Jahr 2012

Der "Märkische Hof" wurde am 08.01.1968 abgebrochen. 1982 wurde an dieser Stelle die Auffahrt zur Fritz-Berg-Brücke mit dem Parkplatz gebaut.


zu 3.: Geschichte

1828 beschlossen die Städte Altena und Lüdenscheid, den Weg von der Steinernen Brücke in Altena bis nach Lüdenscheid, chausseemäßig auf eigene Kosten, zu bauen. 1836 war das Vorhaben umgesetzt.

1860 traf der erste Personenzug in Altena ein. Die Industrialisierung hatte Altena voll erreicht. Rund um den Altenaer Bahnhof entstand ein Knotenpunkt für Einheimische, Reisende und Spediteure, die alle Arten von Waren mit ihren Kutschen und Handkarren durch die Stadt transportierten.

Bereits 1821 betrieb die Familie Klincke eine Poststation an diesem Knotenpunkt im Hause 375.


zu 4.: Die Gaststätte und ihre Wirte

1823-1835 sind Veränderungen der Feuersozietät, also der Gebäudeversicherung, belegt. Am 28.12.1829 enthalten sie unter anderem Hinweise auf ein neu erbautes Wohnhaus Nr. 311 des Gastwirts Hermann Heinrich Klincke an der untersten Brücke.

Von 1833-1886 fanden nachweislich die Volksfeste zum Geburtstag des Königs und sonstige wichtige Ereignisse der königlichen Familie in dem Haus statt. Auch Reisende der königlichen Familie sowie höhergestellte Staatsbeamte kamen in dem Haus unter.

1841 wohnte der Posthalter Hermann Heinrich Klincke im Hause Nr. 314 und betrieb dort auch ein Brauhaus.

 

Laut Gewerbesteuerrolle von 1850 wohnte der Posthalter Hermann Heinrich Klincke mit seiner Ehefrau Emilie (geb. Reininghaus) in dem Haus 375. Dort betrieb er eine Brauerei.

1858 wurde ihr Sohn Eduard Klincke geboren.

1860 erhält Friedrich vom Heede die Konzession, eine Herberge für Maurer und Zimmerleute zu betreiben. Die Herberge befand sich in dem Hause 310 ½ (unter dem Garten des Posthalters Klincke).

1861 wurde zum Zwecke der Straßenbeleuchtung erstmals eine Gasleitung in der Bahnhofstraße verlegt. In einem diesbezüglichen Gesuch des Magistrats wurde das Haus des Posthalters Klincke an der neuen Brücke erwähnt.

 

1871 und 1876 wurde das Haus Klincke nachweislich von der Witwe Heinrich Klincke geführt. Das Haus 311 trug später die Adresse Bahnhofstraße 1.

1872 besuchte der Oberpräsident von Kühlwetter die Stadt Altena. Er logierte nachweislich im Hause der Witwe Klincke.

Im Herbst 1893 wurde das alte Fachwerkgebäude, in welchem die Restauration und die Wohn- und Logisräume lagen, abgebrochen. An seiner Stelle entstand dafür ein stattliches, dreistöckiges Gebäude, welches mit Zentralheizung und allen sonstigen damaligen Bequemlichkeitseinrichtungen versehen war.

 

Im Oktober 1894 wurde die Eröffnung des "Hotel Klincke" gefeiert. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts erfolgte 1895.

Am 01.07.1907 erwarb die Firma Basse & Selve das Objekt. Die Leitung ging auf die Zentralverwaltung der Selve’schen Werke über. Der Fleischbedarf wurde zum Teil durch die Konsummetzgerei gedeckt. Butter, Gemüse und Fische bezog sie von dem Rittergut des Walther Selve im Kreis Altena. Die Hausleitung blieb zunächst in den Händen des langjährigen Oberkellners Billerbeck.

1915 wurden Räume eigens für Zwecke der Freimaurerloge gebaut und von dieser alleine angemietet. Die Räume waren nicht konzessioniert, gehörten aber zum Grundstück des Hotels und konnten nur durch den Eingang des Hotels erreicht werden.

 

Von 1921-1936 wurde das Hotel durch Paul Beck betrieben. Er führte auch eine Weinhandlung in dem Gebäude.

Robert Nimphius führte das Haus von 1936 bis 1938.

Am 03.01.1939 übernahm Gustav Römhild aus Neustadt bei Eichsfeld den heruntergewirtschafteten Betrieb. Im Jahre 1949 bewarb er den Gasthof mit seinem "weißen Saal", der 200 Personen in Stuhlreihen fasste. 1954 wurde der Umbau durch den Architekten Adolf Ott aus Dortmund abgeschlossen. 1958 feierte Gustav Römhild sein 25jähriges Jubiläum als Hotelier und seinen 50. Geburtstag. Am 31.01.1966 wurde der Gewerbebetrieb eingestellt und das Objekt an Helmut Steinke übergeben.

Am 08.01.1968 folgte der Abbruch des Gebäudes.


zu 5.: Das Haus und die Schützen

Der Märkische Hof war kein Kränzebinderlokal der Kompanie Kelleramt. Hier traf sich der Gesamtvorstand jedoch vor dem Kommersabend zum Auftakt des Schützenfestes und zahlreiche Schützenkönige nutzten die Örtlichkeit für Ihre Empfänge. Seit dem Schützenfest 1967 finden diese Veranstaltungen im Burgrestaurant statt.


Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1: Kreisarchiv; SIg Bi 0432

Foto 2: Gerd Klimpel / 2012

Foto 3-5: unbekannt 

Foto 6: Kreisarchiv

Foto 7: unbekannt

Foto 8: Privatsammlung Peter Wilm Schmidt