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Schützenlexikon

Scheffe

Das Wort "Scheffe" wird außerhalb der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft in der deutschen Sprache nur umgangssprachlich genutzt. Gemeint ist dann ein "Chef".

Der Chef ist ein Vorgesetzter. Vorgesetzt sind Personen, denen innerhalb einer Organisation die Befugnis erteilt wurde, Anordnungen an nachgeordnetes Personal zu erteilen.


Wilhelm Siemons geht in dem Buch "Altena und seine Schützen" jedoch davon aus, dass sich der Begriff von dem Wort "Schöffe" ableitet. Schöffen sind ehrenamtliche Richter.

 

In der Festausgabe des Altenaer Kreisblatt von 1962 war eine Erklärung von Dr. Josef Lappe* zu lesen: Scheffe ist ein altdeutsches Wort mit der Bedeutung: Der Schaffende, Ordnende. Ihm obliegt die Verwaltung und die Einhaltung der Ordnung, kurz die Erledigung aller Aufgaben, die nicht militärischer oder richterlicher Natur waren.

* Dr. Josef Lappe: 1879-1944 , deutscher Pädagoge, Heimatforscher und einer der produktivsten westfälischen Historiker)

 

Bei allen Widersprüchen: Beschäftigt man sich mit den historischen Aufgaben der Scheffen stellt man fest, dass alle drei Erklärungsversuche ihre Berechtigung haben:

In der ältesten überlieferten Schützenordnung aus dem Jahre um 1429 ist festgelegt worden:

Erstens ist es üblich, daß man die Schützen läßt zusammenkommen auf Sonntag vor Pfingsten, und um zu fragen, ob man auch dieses Jahr den Vogel schießen will; wird dann eingewilligt, so wählt man zwei Scheffen und zwei Brüchtemeister (Kassierer).



Nadine Hampel beschreibt den Brauch in ihrem Buch "Das Schützenfest als kultureller Sonderfall" wie folgt:

Am Sonntag vor Pfingsten, dem Tag Exaudi, traf sich die Schützengesellschaft zur Planung und am Gudenstag, dem Mittwoch nach Pfingsten, wurde das Fest abgehalten.

(...) Schon damals hatte die Schützengesellschaft eine Struktur mit Militärbezeichnungen, die höchsten Positionen waren hier Führer (Förer), heute Hauptmann genannt, Fähnrich, Scheffen und Brüchtenmeister.

Auch beim Brüchtengeding übernahmen Scheffen Aufgaben um die Brüchtemeister zu unterstützen.

 

Ab 1632 können wir alle Scheffen der Schützengesellschaft namentlich belegen. Aufgrund der Vielzahl von Namen wird auf eine Auflistung an dieser Stelle verzichtet. Die Namen findet man in dem Buch "Altena und seine Schützen" von Wilhelm Simons auf Seite 180 ff.


Heutige Aufgaben der Scheffen

Heute werden die Scheffen nicht mehr gewählt, sondern die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes sowie die abtretenden Zugführer werden am Ende ihrer Amtszeit zu Scheffen ernannt.

Die Scheffen stehen den Kompanieführern beratend zur Seite.

 


Der geschäftsführenden Vorstand der FWG besteht aus Hauptmann, Adjutant, Fähnrich, Rendant, Schriftführer sowie den fünf Kompanieführern.

Der Gesamtvorstand der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft umfasst über 100 Personen, dazu zählen u.a. auch die Zugführer, Ehrenscheffen und Scheffen.


Auch der abtretende König wird automatisch Scheffe seiner Kompanie.

Außerdem gibt es die zusätzliche Position des Ehrenscheffen.

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Autor: Christian Klimpel / 2017; Mailto: christian.klimpel@gmx.de