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Schützenlexikon

Westfälischer Hof


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

4. Die Gaststätte und ihre Wirte

5. Das Haus und die Schützen

6. Der heutige Markaner im Wandel der Zeit

 

 


zu 1.: Allgemein
Der Westfälische Hof am Markaner 1943

In Deutschland gibt es mehrere Gasthöfe und Hotels mit dem Namen "Westfälischer Hof".

Der "Westfälische Hof" in Altena ist eine ehemalige Gaststätte mit Hotel und Saalbau in zentraler Innenstadtlage. Das Gebäude stand, in Nachbarschaft zu einigen anderen Gaststätten, in der Bachstraße.

Der Hotelbetrieb war über lange Zeit ein beliebter Treffpunkt der Altenaer. Hier wurde getrunken, gekegelt und übernachtet. Im Westfälischen Hof fanden öffentliche Boxkämpfe, Tanzveranstaltungen, Wohltätigkeitsbasare und Theateraufführungen statt. Nicht zuletzt wurde dort auch die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft im Jahre 1950, auf Veranlassung von Fritz Berg, neu gegründet.


zu 2.: Heute in Altena

Das Haus wurde am 15.04.1967 abgebrochen. Heute befindet sich an dieser Stelle der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB) und das Bürgerbüro der Stadt Altena.

Die geographische Bezeichnung für diesen Ort in der Bachstraße lautet heute noch "Am Markaner".


zu 3.: Geschichte

Um 1800 hielt die Dampfmaschine Einzug in Preußen. Damit begann auch die Industrialisierung in Altena. Nachdem Napoleon 1813 geschlagen wurde, verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Altenaer langsam wieder. Ab 1820 setzte in Altena ein Wirtschaftsboom ein. Um Waren schnell in- und exportieren zu können, wurde ein völlig neues Verkehrswesen nötig. So entstand in Altena in den kommenden Jahren eine Eisenbahnverbindung nach Siegen und Hagen. Neue Straßen wurden gebaut, Vereine, Institutionen und Schulen entstanden. An den verkehrstechnischen Netzknoten siedelten sich Gasthöfe für Einheimische und Reisende an.

Am 21.12.1840 betrieb der 56-jährige Gastwirt Diedrich Hermann Quitmann im Haus 116 eine Wirtschaft. Unterstützt wurde er von seinem 21-jährigen Sohn August Quitmann und dem 18-jährigen Kellner namens Eduard. August Quitmann war gelernter Brauer.

1852 pachtete dieser August Quitmann das Haus Nr. 322 von Ludwig Köster.


zu 4.: Die Gaststätte und ihre Wirte

Am 27.05.1865 stellte August Quitmann den Antrag sein Wirtschaftsgebäude im Stadtteil Mühlendorf in eine Gast- und Schenkwirtschaft umzubauen. Er war zu diesem Zeitpunkt etwa 46 Jahre alt und bewirtschaftete das Haus offenbar 27 Jahre lang.

Am 01.10.1892 kam es zur Zwangsversteigerung des ‚Hôtel Quitmann’ und am

06.12.1892 zur Wiedereröffnung durch Eduard Klincke. Dieser stieß das Objekt schnell wieder ab, denn bereits am

13.10.1893 war Friedrich Heiner der Inhaber. Er nannte das Gebäude erstmals ‚Zum Markaner’.

1909 ließ er den Saal durch den Architekten Ludwig Winner neu gestalten.

Von 1919-1933 war Emil Schürmann der Inhaber. Schürmann war damals auch Vorsitzender der deutsch demokratischen Partei in Altena.

 

Im April 1923 wurde die Gaststätte erstmals als "Westfälischer Hof’ bezeichnet.

1937 war die Gaststätte im Besitz von Edmund Baum. Er warb im Jahre 1949 damit, dass der Saal 920 Personen Platz in Stuhlreihen bot.

Am 01.02.1958 war Heinz Baum der Gastwirt.

Am 15.04.1967 wurde der "Westfälische Hof" abgebrochen.


zu 5.: Das Haus und die Schützen

Es ist anzunehmen, dass die Schützengesellschaft den größten Saal der Stadt auch vor dem 2. Weltkrieg genutzt hat.

Zur Neugründung der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft im Jahre 1950 trafen sich die Schützen jedenfalls im Westfälischen Hof, um dort die Gründungsversammlung abzuhalten. Ob die Gaststätte auch ein Kränzebinderlokal war, ist zur Zeit nicht bekannt.


zu 6.: Der heutige Markaner im Wandel der Zeit

1955: Der Westfälische Hof

 

1965: Der Westfälische Hof

 

1967: Der Westfälische Hof wird abgebrochen.

 

1967: Der Westfälische Hof ist abgebrochen. Das "Haus zur Lenne" steht noch.

 

1972-1974: Der Westfälische Hof ist abgebrochen.
Das "Haus zur Lenne" steht noch bis 1974.

 

1980: Die Lenneuferstraße ist fertiggestellt. Am Markaner befindet sich nun der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB).

 

1982: Am Markaner wird eine überdachte Wartehalle mit Imbiss gebaut.

 

2007: Die Busse halten am neugestalteten Markaner-Boulevard. 2001 wurde aus der Wartehalle das Bürgerbüro und an der Kreuzung steht seitdem der erste Drahtbaum der Stadt.

 

2012: Am Markaner steht seit 2010 das neue Sparkassengebäude am Kreisverkehr (Bj. 2009). 2011 wurden die Lenneterrassen gebaut.

 


Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1: Der Westfälischer Hof vor 1944. Unbekannter Fotograf

Foto 2-4: Unbekannte Quelle

Foto 5: Werbeanzeige auf Plattdeutsch 1923, Quelle Kreisarchiv  Signatur VVF01008

Foto 6-13: Unbekannte Quelle

Foto 14: Dirk Hagedorn