Noch 130 Tage bis zum Schützenfest!

Schützenlexikon

Westfälischer Hof

Der "Westfälische Hof" ist eine ehemalige Gaststätte mit Saalbau in zentraler Lage der Altenaer Innenstadt. Das Gebäude stand, in Nachbarschaft einiger anderer Gaststätten, in der Bachstraße am heutigen Markaner.

Der Hotelbetrieb war über lange Zeit der Treffpunkt der Altena. Hier wurde getrunken, gekegelt und übernachtet. Im westfälischen Hof fanden öffentlichen Boxkämpfe, Tanzveranstaltungen, Wohltätigkeitsbasare und Theateraufführungen statt. Nicht zuletzt wurde die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft im Jahre 1950 im Westfälischen Hof auf Veranlassung von Fritz Berg neu gegründet.

 

Die Wirte und Namen der Gaststätte

Über die Wirte und die wechselnden Namen der Traditionsgaststätte liegen zur Zeit folgende Informationen vor:

Um 1800 hielt die Dampfmaschine Einzug in Preußen. Die Industrialisierung in Altena beginnt. Nachdem Napoleon 1813 geschlagen wurde, verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Altenaer langsam wieder. Ab 1820 setzt in Altena ein Wirtschaftsboom ein. Um Waren schnell im- und exportieren zu können, wird ein völlig neues Verkehrswesen wird nötig. So entsteht in Altena in den kommenden Jahren eine Eisenbahnverbindung nach Siegen und Hagen, neue Straßen werden gebaut, Vereine, Institutionen und Schulen entstehen. An den Netzknoten entstehen Gasthöfe für Einheimische und Reisende.

Am 21.12.1840 betreibt der 56-jährige Gastwirt Diedrich Hermann Quitmann im Haus 116 eine Wirtschaft. Unterstützt wird er von seinem 21-jährigen Sohn August Quitmann und dem 18-jährigen Kellner namens Eduard. August Quitmann ist gelernter Brauer.

1852 pachtet dieser August Quitmann das Haus Nr. 322 von Ludwig Köster.

Am 27.05.1865 stellt Eduard Quitmann den Antrag sein Wirtschaftsgebäude im Stadtteil Mühlendorf in eine Gast- und Schenkwirtschaft umzubauen. Eduard Quitmann ist zu diesem Zeitpunkt etwa 46 Jahre alt. Er betreibt das Haus offenbar erfolgreich, denn erst 27 Jahre später,

am 01.10.1892 kommt es zur Zwangsversteigerung des ‚Hôtel Quitmann’ und am

06.12.1892 zur Wiedereröffnung durch Eduard Klincke. Dieser stieß das Objekt schnell wieder ab, denn bereits am

13.10.1893 ist Friedrich Heiner der Inhaber. Er nennt das Gebäude erstmals ‚Zum Markaner’.

1909 lässt er den Saal durch den Architekten Ludwig Winner neu gestalten.

Von 1919-1933 ist Emil Schürmann der Inhaber. Schürmann ist auch Vorsitzender der deutsch demokratischen Partei in Altena.

 

Im April 1923 taucht erstmals die Bezeichnung ‚Westfälischer Hof’ für die Gaststätte auf.

1937 ist die Gaststätte im Besitz von Edmund Baum. Er warb im Jahre 1949 Saal, der 920 Personen Platz in Stuhlreihen bot.

Am 01.02.1958 war Heinz Baum der Gastwirt.

Am 15.04.1967 wurde der "Westfälische Hof" abgebrochen. Heute befindet sich an dieser Stelle der Zentrale Omnisbusbahnhof ZOB Markaner.

 

Der "Westfälische Hof" als Kränzebinderlokal

Ob der Westfälische Hof auch ein Kränzebinderlokal war, ist zur Zeit nicht bekannt. 1950 fand in der Gaststätte die Gründungsversammlung der Freidrich-Wilhelms-Gesellschaft statt.

 

 

Der heutige Markaner im Wandel der Zeit

1955: Der Westfälische Hof

 

 

 

 

 

 

 

1965: Der Westfälische Hof

 

 

 

 

 

 

 

1967: Der Westfälische Hof wird abgebrochen

 

 

 

 

 

 

1967: Der Westfälische Hof ist abgebrochen. Das "Haus zur Lenne" steht noch

 

 

 

 

 

 

 

1975: Der Westfälische Hof ist abgebrochen. Das "Haus zur Lenne" steht noch bis 1974

 

 

 

 

 

 

 

1980: Die Lenneuferstraße ist fertiggestellt. Am Markaner befindet sich nun der Zentrale Omnisbusbahnhof (ZOB)

 

 

 

1982: Am Markaner wird eine überdachte Wartehalle mit Imbiss gebaut

 

 

 

 

 

 

 

2007: Die Busse halten am neugestaltenen Markaner-Boulevard. 2001 wurde aus der Wartehalle das Bürgerbüro und an der Kreuzung steht seitdem der erste Drahtbaum der Stadt.

 

 

 

 

 

2012: Am Markaner steht seit 2010 das neue Sparkassengebäude am Kreisverkehr (Bj. 2009). 2011 wurden die Lenneterrassen gebaut.

 

 

 

 

 

 

_________________________________________________________________

Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1: Der Westfälischer Hof vor 1944. Unbekannter Fotograf

Foto 2-4: Unbekannte Quelle

Foto 5: Werbeanzeige auf Plattdeutsch 1923, Quelle Kreisarchiv  Signatur VVF01008

Foto 6-13: Unbekannte Quelle

Foto 14: Dirk Hagedorn