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Schützenlexikon

Zum schwarzen Raben


Übersicht

1. Allgemein

2. Heute in Altena

3. Geschichte

4. Die Gaststätte und ihre Wirte

5. Das Haus und die Schützen

6. Zusatzinformation

 

 


zu 1.: Allgemein

"Zum schwarzen Raben" ist eine historische Gaststätte in der Altenaer Innenstadt. Sie umfasst einen kleinen Schankraum mit 18 Sitzplätzen und einen Saal mit 21 Sitzplätzen.


zu 2.: Heute in Altena

Im April 2011 erwarb Detlev Seeger das Haus und verpachtete die Wirtschaft bis Mai 2012 weiter an Anna Theymann.

Seitdem hat Detlev Seeger das Haus behutsam und mit viel Liebe zum Detail renoviert. Die Gaststätte wird aktuell nicht bewirtschaftet.


zu 3.: Geschichte

Um 1650 wurde das heutige Haus Freiheitstraße 6 in der Altenaer Innenstadt errichtet. In vergangenen Tagen lautete die Adresse "Am Todtschlag". Seit dem 06. September 1847 ist das Gebäude ein Wirtshaus.

 

Der Name "Zum schwarzen Raben" stammt vom Vorbesitzer Herman Busch. Der soll so "schwatt" gewesen sein, dass er noch dunkler als der Schatten im Kohlenkeller war. Der Mann war katholisch, Zentrumsabgeordneter im Kreistag und schwarzhaarig. Seine Freunde schenkten ihm einen schwarzen Raben. Der ausgestopfte Vogel ziert auch heute noch den Gastraum. Ja mehr noch: Der Vogel hat Gesellschaft bekommen. Weil Stammgäste meinten, nach den vielen Jahrzehnten müsste der schon recht zerzauste Rabenvogel ausgewechselt werden, schenken sie der letzten Wirtin aus der Busch-Familie, Annemarie Busch, noch ein Exemplar dazu.


zu 4.: Die Gaststätte und ihre Wirte

Dem Schneidermeister Friedrich Busch wurde am 06.09.1847 eine Wirtschaftskonzession erteilt.

Friedrich Busch übergab die Gaststätte an seinen Sohn Herman Busch. Dieser stellte am 21.03.1882 bei der Stadtverwaltung einen Antrag auf Übernahme der "Gast- und Schenkwirtschaft". Diese wurde ihm am 12.06.1882 erteilt und am 19.06.1882 übergeben.

Nachfolger von Herman Busch wurde sein gleichnamiger Sohn Herman Busch. Er stellte am 29.01.1913 einen Antrag auf Übernahme der "Gast– und Schenkwirtschaft". Nachdem der Fußboden abgesenkt wurde, um die Höhe der Gastzimmer zu vergrößern, die sanitären Anlagen hergerichtet wurden und die Tür zur Gaststätte so umgebaut wurde, dass sie nach außen aufschlägt, wurde der Antrag am 08.01.1914 genehmigt.

Am 28.03.1939 beantragte die Witwe von Herman Busch die Übernahme der Konzession. Die Erlaubnis erhielt sie am 27.10.1939, der Schein wurde ihr am 15.11.1939 ausgehändigt.

Der Tochter, Annemarie Busch wurde am 01.07.1974 die Erlaubnis erteilt, die Schankwirtschaft zu führen. Ihr war der Ausschank aller alkoholischen und alkoholfreier Getränke sowie die Verabreichung zubereiteter Speisen im Schankraum, im Gastraum und im Gesellschaftszimmer erlaubt.

Am 10.05.2007 erhielt Anna Theymann die Konzession für die traditionsreiche Gaststätte "Zum Schwarzen Raben". Sie bewirtschaftete das Haus gemeinsam mit ihrem Vater Eberhard Theymann. Einen Großteil des alten Inventars ließen die Beiden erhalten. Nur die sanitären Anlagen und die Fassade wurden renoviert.

Im April 2011 erwarb Detlev Seeger das Haus und verpachtete die Wirtschaft bis Mai 2012 weiter an Anna Theymann.


zu 5.: Das Haus und die Schützen

Im Jahr 2009 traf sich der 2. Zug (Stapelzug) der Kompanie Freiheit zum Kränzebinden in der Gaststätte "Zum schwarzen Raben". Zuvor fand das Kränzebinden im ehem. "Hotel Sauerland" / "Treibhaus" statt. Ab 2012 traf sich der Stapelzug im "Hotel am Markt".


zu 6.: Zusatzinformation

Am 03.05.2012 berichtete Ina Hornemann für die Westfälische Rundschau:

Alice und Thomas Braun nippen wehmütig an ihrem Bier. Es ist der letzte Abend in Altenas Traditionsgaststätte „Zum schwarzen Raben“. Nach fünf Jahren gibt Anna Theymann die Konzession ab. Meistens hat ihr Vater Eberhard hinterm Tresen gestanden. Er verabschiedet sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Nicht nur der auslaufende Pachtvertrag ist ein Grund, den Schwarzen Raben zu schließen. Eberhard Theymanns Gesundheit macht ihm einen Strich durch die Rechnung und auch der stetige Umsatzverlust trieb dem Wirt manche Sorgenfalte auf die Stirn. „Es sind immer weniger Touristen gekommen. Der Bevölkerungsschwund war nicht mal ausschlaggebend. Der Großteil der Gäste kam aus umliegenden Städten, um hier ein Bier zu trinken“, erklärt Eberhard Theymann.

 

Steaks und Biervielfalt lockten

Es waren besondere Biersorten, die die Gäste in den Raben lockten. „Und die Steaks!“ schwärmt Alice Braun. Die im Franklin-Ofen zubereiteten Stücke waren stets eine Besonderheit. Die kleine Stammtischrunde wärmt sich an der knisternden Glut des offenen Kamins, der einen verführerischen Duft verströmt. „Eberhards Werk!“, erklärt Alice Braun. „Früher stand hier ein normaler Wohnzimmerofen.“ Auch Stammgast Heidi fühlt sich wohl. „Vermutlich konnte im gesamten Kreis nur der Schwarze Rabe von sich behaupten, eine annähernd echte englische Atmosphäre zu verbreiten.“

Im Schankraum und dem kleinen angegliederten Saal ist das Flair der Jahrhunderte erhalten geblieben. Eberhard Theymann, der oft im Kilt bediente und hochwertige Whiskey-Sorten zur Verkostung anbot, trug mit seiner kernigen Art zur einzigartigen Atmosphäre bei.

„Ich war oft zwei bis drei Mal pro Woche hier“, sagt Thomas Braun. „Und eine Kneipe wie diese gibt’s leider kein zweites Mal.“ In der urigen Gaststätte buchte SGV-Vorsitzender Thomas Braun gern Feuerzangenbowle-Abende für die Wanderfreunde. „Herrliche Veranstaltungen waren das. Auch die Konzertabende – ein wahrer Genuss!“ schwärmt der Stammgast.

Freunde des Raben dürfen Hoffnung schöpfen: „Es geht weiter!“, betont Detlev Seeger, dem die Immobilie seit April 2011 gehört. Er möchte die Gaststätte sanieren, aber das erhaltenswerte Innendekor und das Mobiliar belassen. „Es gibt bezahlbare und attraktive Lösungen, die ich nutzen möchte. Dann will ich mich nach einem Pächter umsehen.“ Zunächst werden Anna und Eberhard Theymann die verbliebenen Krüge ausräumen. Was bleiben wird: Der Namenspatron der Kneipe – der ausgestopfte schwarze Rabe, der seit Jahrzehnten zum Inventar gehört.


Autor: Christian Klimpel / 2018; Mailto: christian.klimpel@gmx.de

Foto 1:-8 Unbekannt

Foto 9: Ina Hornemann / 2012